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===='''Die Proberisse'''==== Bei dem Hannoveraner Konvolut der Nürnberger Proberisse handelt es sich um Planzeichnungen unterschiedlicher Urheber und Entstehungszeiten, die in Formaten, Ausführung und Inhalten annähernd gleiche Merkmale zeigen. Gemeinsam mit einem vergleichbar großen Konvolut, das sich im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg (HB17774-17805) befindet, dürfte es sich um die letzten erhaltenen Bestände aus dem ehemaligen, vermutlich spätestens im Verlauf des frühen 19. Jahrhunderts aufgelösten Archiv der Nürnberger Steinmetzbruderschaft handeln. Auf Blättern beider Konvolute zeigen sich Spuren eines älteren Wasserschadens. Vorherrschend ist ein Großformatbogen aus Hadernpapier von ca. 62 x 46 cm, einige Blätter liegen mit ca. 70 x 50 cm darüber. Daneben findet sich ein kleineres Format, das in seinen Abmessungen durchschnittlich ca. 49 x 35 cm beträgt. Alle Zeichnungen sind als maßstäbliche Risse in Feder mit brauner oder schwarzer Tinte ausgeführt, nur in seltenen Fällen finden sich Schraffierungen oder Lavierungen. Schriftliche Einträge in Kurrentschrift sind nur auf zwei Blättern vorhanden (gr D Z 1: 32 und gr D Z 1: 16). Dabei handelt es sich ausschließlich um Angaben von Maßen (angegeben werden „Hendt“, „Zoll“ und „schuch“). Auf siebzehn Blättern ist ein Maßstab (zumeist ohne Bezifferung) eingezeichnet, zusätzlich findet sich auf vierzehn Blättern ein Achtort bzw. eine Schlüsselfigur, in der Maßwerk- und Rippenprofile eingeschrieben oder abgeleitet sind. Musterhaft werden auf den Blättern die Verfahren der Quadratur, Triangulatur und des Zirkelschlags angewandt. Sie werden in Musteraufgaben am Beispiel des Grund- und Aufrisses zu einer mehrjochigen Choranlage (19 Blätter) und zu Gewölben mit ihren Bogenaustragungen auf rechteckigen Grundflächen (10 Blätter) demonstriert. Darüber hinaus finden sich aber auch fünf Blätter mit Grundrissen und einer Hauptfassade eines vierstöckigen Bürgerhauses. Dass die Tradition des Proberisses nach gotischen Mustervorlagen besonders im süddeutschen Raum noch bis in das 18. Jahrhundert fortgeführt wurde, kann im Fall des Hannoveraner Konvoluts anschaulich auch anhand der Wasserzeichen der verwendeten Blätter nachvollzogen werden. Etwa die Hälfte zeigt das Wasserzeichen der ab etwa 1550 produzierenden Weidenmühle in Nürnberg und dürfte damit in den Zeitraum der letzten Jahrzehnte vor und um 1600 bearbeitet worden sein, doch finden sich Blätter aus deutlich jüngerer Papierfabrikation des beginnenden 18. Jahrhunderts. Damit deckt das Konvolut einen Entstehungszeitraum von gut zweihundert Jahren ab. Die Proberisse sind Zeugnisse einer Entwicklung im Steinmetzhandwerk, die zu Beginn des 16. Jahrhunderts einsetzt: Die Nürnberger Steinmetzbruderschaft galt seit dem Spätmittelalter als eigene buchführende Hütte und war der Gerichtsbarkeit der Straßburger Haupthütte unterstellt. Bestrebungen nach Eigenständigkeit, nach qualitativen Standards und auch die städtischen Interessen zeigen sich in den städtischen Handwerksordnungen, die in Bezug auf die Steinmetze 1548, 1555 und 1577 ausformuliert wurden. Daneben versuchten sich die Steinmetze gegenüber des in der Stadt ebenfalls ansässigen Steinhauerhandwerks abzugrenzen, das eine geringere Lehrzeit erforderte. Schon 1507 wurde in Nürnberg das Meisterstück als Zugang zur Meisterschaft eingeführt. Um den Anforderungen an die Aufgaben des Steinmetzen als praktizierenden Baumeister Rechnung zu tragen, traten neben den tradierten mittelalterlichen Verfahren des Gewölbe- und Maßwerkentwurfs über die Bogenaustragung und Quadratur weitere Prüfungsaufgaben hinzu: Gefordert wurde neben dem Aufriss eines Kirchturms auch die Ausarbeitung eines musterhaften Bürgerhauses in drei Grundrissen und dem Aufriss der Hauptfassade zum Nachweis der Kenntnis der in der Stadt gebräuchlichen Hausanlagen und ihrer Errichtung. Noch im 18. Jahrhundert umfasste das Meisterstück dreizehn Planzeichnungen/Planrisse und dazu drei Holz-, bzw. Alabastermodelle. Neben der Anfertigung der Proberisse und Modelle als Meisterstück umfasste die Prüfungsleistung noch eine mündliche Befragung. Die Herstellung der Meisterstücke und die Prüfung erfolgten im Haus eines der Geschworenen, der für die etwa zweimonatige Anfertigungsdauer auch Miete verlangte. Die prüfenden geschworenen Meister der Steinmetzbruderschaft – in Nürnberg waren dies drei Personen – versahen die ihnen zur Approbation vorgelegten Pläne abschließend zumeist mit ihren Meisterzeichen. Dies geschah als Nürnberger Eigenart in der Regel über das Eindrücken ihrer Siegel als Blindsiegel in das Papier.
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